Bin ich oder ist etwa mein Partner gar beziehungsunfähig?

 

Beziehungsfähigkeit Paartherapie und Eheberatung

In der Beziehung läuft es nicht rund. Mit langsam aufkeimendem Grauen denken viele Menschen in diesen Momenten an frühere Trennungserfahrungen.
Warum schon wieder? Sollte diesmal nicht alles anders, nicht alles besser werden?
Unsicherheit schleicht sich ein. Liegt es etwa an mir selbst?
Wenn es in Sachen Partnerschaft einfach nicht klappen soll, wenn Trennung auf Trennung, Scheidung auf Scheidung folgt, steht auch in der Paartherapie und Eheberatung eine Frage im Raum: Bin ich oder ist etwa mein Partner gar beziehungsunfähig?

Von guten alten Zeiten – Paartherapie und Eheberatung

Wenn es in der eigenen Partnerschaft kriselt, ist es natürlich verlockend, sich besserer Zeiten zu entsinnen. Oft wandert der Blick dann weit in die Vergangenheit, zurück in eine vermeintlich heile Welt, in der Ehen noch von Bestand waren und in denen das Gelübde „für immer“ noch zählte. Auch in der Paartherapie und Eheberatung ist der Wandel von Partnerschaften und damit einhergehenden Werten immer wieder Thema. Klar, heute scheint alles freier und gleichberichtigter, gleichsam sehnen sich Menschen gerade in Krisenzeiten aber auch nach Konstanz und Stabilität. Bei genauerem Hinsehen bekommt die scheinbare Idylle von einst aber einen fahlen Beigeschmack, denn auf die Vorteile einer gleichberechtigten Partnerschaft wollen die meisten Menschen trotz aller sich daraus ergebenden Komplexitäten dann doch nicht verzichten.

Von Autorität zu Kooperation – Paartherapie und Eheberatung

Was das Zusammenbleiben von einst deutlich einfacher machte ist zum einen natürlich, dass Partnerschaft und Ehe aus existentiellen Gründen oft optionslos waren. Zum anderen schaffte die klare Rollenverteilung zwischen Mann und Frau aber auch Klarheit und damit Orientierung. Mit dem Wandel von einem autoritären hin zu einem kooperativen Verhältnis zwischen den Geschlechtern stiegen gleichzeitig aber auch die Anforderungen an die Partner. Selbstverantwortung, Kommunikationsfähigkeit, konstruktiver Umgang mit Konflikten – nur drei von vielen Bereichen, an denen KlientInnen auch in der Paartherapie und Eheberatung arbeiten, die aber ungemein wichtig sind für das Funktionieren einer modernen Partnerschaft. Eine Beziehung auf Augenhöhe kann unglaublich bereichernd sein, sie stellt Menschen aber auch vor größere Herausforderungen.

Durchsetzung versus Unterordnung – Paartherapie und Eheberatung

Beziehungsfähigkeit ruht auf vielen Säulen, ganz wesentlich ist es jedoch, sich gleichermaßen durchsetzen aber auch unterordnen zu können. Wir haben uns in früheren Blog-Einträgen bereits intensiv mit dem Thema Dominanz in der Partnerschaft auseinandergesetzt. Aus Sicht der Paartherapie und Eheberatung empfiehlt sich hier ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen den Partnern. Oft wird dies insofern missverstanden, dass Paare glauben, stets gemeinsame Lösungen und Kompromisse finden zu müssen. Kompromisse als gemeinsamer Nenner sind aber nicht selten für beide Seiten langfristig wenig befriedigend. So wichtig Gemeinsamkeiten auch sind, letzten Endes lassen sich unterschiedliche Bedürfnisse nicht immer verbinden. Die Kunst ist es also, Lösungen nicht wechselseitig so zu verwässern, dass sie letztendlich für niemanden mehr attraktiv sind, sondern Durchsetzung und Unterordnung in Balance zu halten. Viele Menschen neigen aber von Natur aus zum einen oder anderen oft stärker. Wer sich ständig unterdrücken lässt, verrät sich schnell selbst und verliert unweigerlich an (Selbst-)Achtung. Umgekehrt leiden zu dominante Menschen unter der Entwertung ihres Partners oft letzten Endes selbst. Nur wenn also beide Partner bereit sind, in diesen Belangen an sich selbst zu arbeiten, kann es auch ein gemeinsames Happy End geben.

Die Welt hinter den Wünschen – Paartherapie und Eheberatung


Viele Paare ringen damit, ihre unterschiedlichen Interessen und Vorstellungen unter einen Hut zu bringen. Wenn Menschen schließlich Paartherapie und Eheberatung aufsuchen, berichten sie nicht selten von vielen alltäglichen Auseinandersetzungen, die oberflächlich erst einmal nicht so gravierend wirken, aber mit einer heftigen Intensität ausgefochten werden. Diese Machtkämpfe resultieren oftmals aus einem mangelnden Verständnis der Bedürfnisse des Partners. Streitthemen sind in diesem Zusammenhang oft nur Platzhalter für dahinter stehende Bedürfnisse. Da diese nicht explizit gemacht werden, schleichen sich schnell Missverständnisse ein. So kann etwa der Wunsch, abends wieder fortzugehen, vom einen Partner als „ich langweile mich mit dir“ missverstanden werden, während es dem anderen eigentlich nur darum geht, sich in der Beziehung als wieder begehrenswert und attraktiv zu fühlen. Zu einer guten Beziehungsfähigkeit gehört also auch, die Welt hinter den Worten zu erforschen und die eigenen Bedürfnisse klar zu kommunizieren. Wenn dies gelingt, fällt es Paaren auch ohne überzogene Dominanz leichter, gemeinsame Lösungen zu finden, die über faule Kompromisse hinausgehen.