Paartherapie, Eheberatung oder Beziehungsberatung als Prävention.

 

Was Paare Zusammenhält

Was Paare zusammenhält

In deutschen Beziehungskisten kriselt es heftig. Jede dritte Ehe wird geschieden, alljährlich beschließen mehr als 210.000 Paare, fortan getrennte Wege zu gehen. Die Zahl der 60- bis 65-jährigen und selbst die der über 75-jährigen Trennungswilligen ist heute doppelt so hoch wie vor gerade mal zehn Jahren. Angesichts solcher Zahlen stellt sich die Frage: Wie können es Paare überhaupt schaffen, ein Leben lang glücklich zu sein?

Die Stuttgarter Sozialwissenschaftlerin Gabriele Schmid-Kloss befragte Ehepaare, die seit über 35 Jahren zusammen leben, nach den Geheimnissen für ihr Beziehungsglück. Die Studienteilnehmer wurden nicht paarweise, sondern getrennt voneinander befragt, damit sie sich nicht in ihren Antworten abstimmen konnten. Nichtsdestoweniger beobachtete Schmid-Kloss, „dass ganze Episoden von den Partnern unabhängig voneinander nahezu gleich berichtet wurden“.

Was bereits deutlich macht: Ein wesentliches Geheimnis stabiler Ehen scheint darin zu bestehen, dass man die Welt auf ähnliche Weise erlebt und in hoher Qualität miteinander kommuniziert. Denn sonst wären die befragten Ehe-Oldies in ihren Schilderungen mehr voneinander abgewichen.

Auch in ihren Wertvorstellungen liegen Langzeitpartner in der Regel dicht beieinander, in moralischen Fragen gilt bei ihnen also der Satz „Gleich und Gleich gesellt sich gern“. Was sich unter anderem darin niederschlägt, dass sie bei Wahlen ihre Kreuzchen meistens bei den gleichen Parteien machen. Hundertprozentig decken müssen sich die Interessen jedoch nicht. So erklärten viele der von Schmid-Kloss befragten Paare, dass die Partner auch unterschiedliche Hobbys und Leidenschaften haben sollten, um sich ihren Freiraum zu erhalten.

Kinder werden von den meisten Langzeitpaaren ebenfalls als Stabilisierungsfaktor gesehen. Doch möglicherweise wird diese Einschätzung von rückblickender Altersmilde geleitet. Denn aktuelle Untersuchungen lassen keinen Zweifel daran, dass es in den fünf Jahren nach der Geburt des ersten Kindes in der Beziehung gewaltig knirscht. „Wenn das Kind da ist, streiten sich die Paare nicht nur häufiger, sondern auch zunehmend heftiger“, betont der Münchner Psychologe Bernhard Kalicki.

Viele Partner finden nach der Geburt des Kindes weniger Zeit für Intimität und Sex. Auch dies kann eine Beziehung stark belasten. „Denn kaum jemand wird die zentrale Rolle des Sexuallebens in einer guten Ehe anzweifeln“, meint Psychologin Judith Wallerstein von der Berkeley University.

Die therapeutische Erfahrung zeige aber auch, dass kein anderer Teil der Beziehung so störanfällig ist wie der Sex. Was konkret heißt: Egal, ob Stress, Geldsorgen oder Erziehungsprobleme – all diese Probleme schlagen sich schnell im Ehebett nieder. Das Geheimnis einer stabilen Ehe besteht daher auch darin, inwieweit man diese „Übergriffe“ verhindern kann – oder aber, inwieweit beide Partner mit längeren Epochen ohne Sex klar kommen.

Oft unterschätzt als Beziehungsstabilisator wird die Zuverlässigkeit. Gewissenhafte Menschen mit Sinn für Organisation und Ordnung bringen zwar nicht gerade das Blut potenzieller Sexualpartner in Wallung. Doch auf eine langfristige Bindung wirken diese – auf den ersten Blick langweiligen – Eigenschaften durchaus lebenserhaltend. Denn wenn der eine Partner ständig vorher getroffene Vereinbarungen ignoriert oder vergisst, empfindet der andere dies als Missachtung seiner Person – und dann wird er auch an der Beziehung zweifeln.

Zu den klassischen Unzuverlässigkeiten im Eheleben gehört, dass der Mann all die Jahre beteuert, weniger zu arbeiten, um sich mehr der Familie zu widmen, dies aber nicht einhält. Für die US-Paartherapeutin Susan Forward ist das alles andere als eine Bagatelle, sondern ein Zeichen dafür, dass ihm seine Familie egal ist. „Und dann“, warnt Forward, „läuten für die Partnerschaft schon weit mehr als die Alarmglocken.“

Aktualisiert am 15. Dezember 2015

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