Oftmals verbindet man mit Paartherapie und Eheberatung eine scheiternde Liebesbeziehung, Beziehungsprobleme und Ehekrisen, jedoch ist dies nicht das ganze Spektrum an Situationen, in denen professionelle Hilfe das Leben erleichtern und die Partnerschaft entlasten und sogar deutlich verbessern kann.

 

Bis dass der Tod uns scheidet – Weswegen Traumabewältigung ein häufiger Grund für Paartherapie und Eheberatung ist

Es gibt viele traumatisierende Erlebnisse, die uns erschüttern und uns aus unserem Alltag reißen. Es ist jedoch eine statistische Gewissheit, dass jeder von uns den Tod zumindest eines geliebten Menschen erlebt. Die meisten von uns kommen im Laufe eines Lebens mehrfach mit dieser Art von Trauma in Berührung, denn der Tod gehört zum Leben, wie es so oft heißt. In dieser extremen Situation, in der wir uns durch das Ableben einer nahestehenden Person befinden, wird auch die Beziehung zu allen anderen Menschen um uns herum belastet, am stärksten jedoch die zu unserem Partner, der uns versucht zu helfen und uns zu stützen, in dieser schweren Zeit. Ist er jedoch ebenfalls stark von dem Tod der Person betroffen, so kann die Trauerzeit schnell zur Zerreißprobe für die Beziehung werden.

 

Warum Paartherapie und Eheberatung, wenn es keine Eheprobleme gibt?

 

Oftmals verbindet man mit Paartherapie und Eheberatung eine scheiternde Liebesbeziehung, Beziehungsprobleme und Ehekrisen, jedoch ist dies nicht das ganze Spektrum an Situationen, in denen professionelle Hilfe das Leben erleichtern und die Partnerschaft entlasten und sogar deutlich verbessern kann. Wie eingangs erwähnt, versuchen Partner sich nach traumatischen Erlebnissen zu stützen und füreinander da zu sein, jedoch ist dies wie vieles leicht gesagt und schwer getan. In dem Moment, in dem der Partner in tiefer Trauer ist, vielleicht verzweifelt oder wütend ist, stellt sich so gut wie immer ein Gefühl der Ohnmacht und der Hilflosigkeit beim anderen Partner ein. Dieser weiß nicht, was er sagen oder tun soll, denn nichts, was in seiner Macht steht, kann das Leid lindern. Bereits in einer solchen Situation ist professionelle Hilfe angeraten, denn die Last, die auf den Schultern des nicht traumatisierten Partners lastet, kann durch Therapie gelindert werden, genauso wie beide Ehepartner zusammen die schwere Zeit nicht alleine durchmachen müssen.

Die größte Zerreißprobe ist jedoch, wenn beide Partner durch dasselbe Ereignis einen schweren Verlust erfahren. Wenn beide Liebenden trauern, ist es ihnen oftmals nicht möglich sich gegenseitig zu stützen, denn beide sind gleichzeitig ohnmächtig, hilflos und verzweifelt. Im schlimmsten Fall, wenn ein Kind stirbt, kommen Schuldgefühle noch dazu. Die Schuld, das Kind nicht vor dem Tod bewahren zu können, die Schuld der Überlebenden. Hier ist professionelle Hilfe, die Möglichkeit, mit einer außenstehenden Person dieses Trauma aufzuarbeiten und zu bewältigen, unbedingt angeraten. Doch auch wenn der Fall weniger schrecklich als der Verlust des eigenen Kindes ist, sollte nicht davor zurückgeschreckt werden, sich als Paar in der Trauer professionell begleiten zu lassen durch einen Therapeuten.

 

In Trauer vereint statt im Leid getrennt – Beziehungscoaching in der Trauerarbeit

 

Durch die starke Belastung von Beziehungen nach der Traumatisierung eines oder beider Partner, kommt es in einem nicht unerheblichen Anteil der Ehen zu Krisen und mitunter auch zur Scheidung bzw. Trennung in der Partnerschaft. Grund hierfür ist, dass ein natürlicher Schutzreflex uns befiehlt, unseren Schmerz, die Trauer und die Hilflosigkeit nicht zu zeigen, auch nicht denen, die uns am nächsten stehen, sondern unsere Verletzlichkeit mit Aggression, Gereiztheit, Wut, Distanziertheit und Kälte zu kaschieren und mit Abweisung zu reagieren. Dieser Reflex stammt aus einer Zeit, in der Schwäche zeigen zum Ausschluss aus der Herde geführt hat, denn Menschen waren nicht nur Jäger, sie waren sehr lange Zeit auch Beute. Das Ausstoßen von Herdenmitgliedern, welche schwach waren, hat dem Schutz und dem Überleben der Herde gedient. Nun, einige tausend Jahre später, ist unser Gehirn in Extremsituationen nicht schlauer, sondern will sich genauso wie damals davor schützen, von den meistgeliebten Menschen getrennt zu werden. Paradoxerweise, indem genau diese Menschen ferngehalten werden, damit sie unsere Zerbrechlichkeit und den Schmerz nicht sehen. In dem Moment, in dem wir Hilfe am allermeisten benötigen, lehnen wir sie am vehementesten ab.

Aus diesem Grund ist die Konsultation professioneller Hilfe ratsam, in der Ängste auf neutralem Boden angesprochen werden können, Verhaltensmuster erklärt werden, sodass beide Partner verstehen, was in dem Moment passiert, und Möglichkeit finden, füreinander da zu sein und in der Krise fester zusammenzuwachsen anstatt sich immer weiter voneinander zu entfernen. Die Möglichkeit, in einem anderen als dem gewohnten Umfeld über das Erlebte zu sprechen, über die Gedanken, die im Kopf kreisen, und die Bilder, die immer wieder auftauchen, ist eine weitere sehr wichtige Komponente der Paartherapie und Eheberatung zur Traumabewältigung. Dies gilt nicht nur für den Trauernden, sondern gleichsam für den Trauerbegleiter, sofern nicht beide gleichsam von dem Verlust betroffen sind. Dieser kann durch die Beratung im Beziehungscoaching lernen, mit dieser schwierigen Situation umzugehen und kann gleichsam die Last auf seinen Schultern lindern, indem er sich dem Therapeuten anvertraut. So kann die Trauerarbeit, wenn sie professionell begleitet wird, von einer Zerreißprobe für die Partnerschaft zu einer schweren Zeit werden, die gemeinsam über- und durchgestanden wurde, die sowohl währenddessen als auch in der Zeit danach, das Band zwischen Ihnen und Ihrem Partner stärkt.

Aktualisiert am 9. Dezember 2018

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